(ALEXANDER)HÄUSSERMANN
Es Menschen leicht machen, ihr Potenzial zu entfalten – oder präziser: Die Transformation von Potenzial in Wertbeitrag zu ermöglichen. Genau dieser Anspruch versetzt mich seit gut 30 Jahren in Wallung. Über unterschiedliche berufliche Kontexte und Ausflüge in unterschiedliche wissenschaftliche Genres.
Begonnen hat alles im Gesundheitswesen. Anfang der 90er-Jahre war ich „auf einmal“ Geschäftsführer einer Rehaklinik. Schon beim ersten Schnuppern an meiner neuen Rolle wurde mir klar, dass Ärzte davon ausgehen, dass sie heilen. „Quatsch“, dachte ich. Der Organismus heilt – und Ärzte sind im besten Fall Unterstützer, Ermöglicher, Begleiter.
Das hieß für mich: Es geht darum, unsere Patienten dafür zu gewinnen, ihre eigene Gesundheitsentwicklung in Besitz zu nehmen – zu ihrem Projekt zu machen. Im übertragenen Sinne: ihr Potenzial zu entfalten und in Beiträge für ihre eigene Gesundheitsentwicklung zu wandeln. Das Ergebnis: beeindruckend. Auf einmal konnten Schlaganfallpatienten in der Hälfte der bisherigen Zeit wieder gehen – „nur“ dadurch, dass sie aus der Konsumations- in eine (Mit-)Gestalterrolle gegangen sind.
Nach der Klinik kam die Schweiz. 2002 bin ich in ein Projekt eingestiegen, in dem es darum ging, integrative Gesundheitszentren aufzubauen. Getragen von einer Schweizer Krankenkasse und der Uni St. Gallen. Und klar, wieder darauf fokussiert, Patienten dafür zu gewinnen, ihre Gesundheitsentwicklung zu ihrem Projekt zu machen.
Und dann, 2006, bin ich in der Beratung gelandet.
Vor allem, weil ich mich damals schon gefragt habe, warum es Unternehmer und Führungskräfte zulassen, dass Menschen in Organisationen sich nachweislich mehr damit beschäftigen, sich ins richtige Licht zu rücken, als mit dem, worum es eigentlich geht: um nachhaltige Wertschöpfung.
Noch verstärkt durch meine damalige Überzeugung, dass die Dynamik in den Märkten durch das Verschwinden von offenen und leeren Märkten sowie durch die in brutaler Geschwindigkeit voranschreitende Informationsdemokratisierung deutlich zunehmen wird. Für mich bedeutete das: Erfolgreich werden die Unternehmen sein, die es verstehen, die in den ständig zunehmenden Überraschungen liegenden Ressourcen zu sehen und zu nutzen.
Und dafür braucht es Menschen, die ihr Potenzial in Wertbeitrag wandeln – und keine Nabelschau.
Heute gestalten und begleiten wir – Christine, Jakob, ein paar weitere Kolleginnen/Kollegen und ich – Transformationsprozesse.
Am liebsten für inhabergeführte Unternehmen. Darauf fokussiert, Potenzialentfaltung zur Kultur werden zu lassen.
Einen beruflichen Ausflug gab es noch. Von 2013 bis 2016 war ich interimistischer HR-Director bei einem Automobilzulieferer mit rund 1.000 Mitarbeitern. Ich wollte unbedingt einmal Manager sein – eine „Spezies“, deren Verhalten ich oft kopfschüttelnd beobachtet habe. Das war spannend und sehr lehrreich.
Geboren bin ich 1965, habe fünf eigene und zwei „akquirierte“ Kinder und lebe zusammen mit meiner Partnerin und ihren Kindern in der Pfalz.